Einträge tagged ‘spiegel

17
Aug
11

matussek erregt durch papst.

neulich schrieb der autor dieses blogs ja über die blindheit des hauptamtlichen messdieners bei der wasserpistole von der alster, matthias matussek.
selbiger ist gerade derart erregt von der aussicht, den papst auf seiner reise nach spanien begleiten zu dürfen, dass der blutfluss zum hirn massiv gestört sein muss. welcher mann versteht das nicht.
so fällt ihm auch keine frage ein und andere müssen soufflieren:

“Was mich immer interessiert hat”, sinnierte eine zarte Frau, die mittlere von drei Schwestern, spät an einer großen Tafel, “was ich mich frage: ob er spürt, wenn der Heilige Geist aus ihm spricht?”

ach ja, warum nicht.

den autor würde ja eher interessieren ob der papst eventuell zu dem vereitelten giftgasanschlag auf die gegner seines besuchs stellung nehmen wird. oder was er von dem massaker in norwegen hält. vielleicht ein aufruf zu mehr toleranz und nächstenliebe auch den feinden gegenüber, mal frei nach der bibel zitiert?

aber ach, nein. nicht wichtig, nicht interessant, nicht bedeutend genug. da hat unser kleiner papist eine viel bessere idee. die empfindlichen naturen unter meinen lesern seien gewarnt, nun kommt starker tobak:

Die Nacht ist warm, der Mond schimmert gütig über der Peterskuppel. Was ich den Papst fragen werde? Ich schätze mal, die Frage aller Fragen: “Heiliger Vater, wie geht es Ihnen?”

ähm, ja, natürlich. das musste auch mal geklärt werden. chapeau, herr matussek, sie sind wahrlich ein fanal des heutigen spiegel-journalismus.

07
Aug
11

kurz korrigiert 24: herr matussek und der christliche terrorismus

matthias matussek, der hauptamtliche messdiener der wasserpistole von der alster, auch bekannt als ehemaliges nachrichtenmagazin “der spiegel” glänzt durch unwissen:

Christlicher Terrorismus? Wo soll der derzeit sein? [...]
Christliches Morden? Mir ist nicht bekannt, dass Christen Jagd auf islamische Ordensleute oder Muftis machen würden oder islamische Politiker ermorden würden

nun, vielleicht sollte herr matussek seine katholischen scheuklappen mal abnehmen und sich besser informieren, gilt gerade das doch als tugend des professionellen journalismus.
man muss gar nicht zurückgehen bis in die zeit der christlichen kreuzzüge gegen den islam – eine kleine google-anfrage mit dem begriff “christian terrorism” lieferte als topergebnis einen wikipedia-artikel mit einigen beispielen. da leider keine deutsche übersetzung existiert, hat der bescheidene autor mal ein wenig zusammengefasst:

innerhalb europas ist da beispielsweise der terror in nordirland, wo sich protestanten und katholiken gegenseitig die köpfe einhauen und gegenseitig in die luft sprengen.
in indien haben wir die NLFT, die sogar zu den top ten der aktivsten terrorgruppen weltweit gezählt wird und auch schon mindestens zwei bedeutende hindu-führer umgebracht hat.
weiterhin in indien: die Christlich Nationale Armee von Manmasi (Manmasi National Christian Army – MNCA), die wie auch die NLFT gerne mit waffengewalt missioniert.
wir springen nach amerika, wo sich die ritter des ku-klux-klans die verteidung des protestantismus auf die zipfelmütze geschrieben haben. alte bekannte, muss man eigentlich nicht viel zu sagen.
dann wäre da noch die Armee Gottes (Army of God), die angriffe auf abtreibungskliniken und die dort arbeitenden ärzte durchführt.

einen sonderfall stellt in uganda die Widerstandsarmee Gottes (Lords Resistance Army) dar, die sich scheinbar sowohl christlicher als auch islamischer ideen bedienen. sie sollen hier nur deswegen erwähnt werden, weil ihre mitglieder wohl allesamt rosenkränze tragen und bibelpassagen rezitieren, bevor sie sich in den kampf stürzen.

und weiter gehts:

Noch einmal zum Mitschreiben: Breiviks Massenmord hatte nichts mit dem Christentum zu tun. Dessen Kernbotschaft ist die Liebe, auch die Feindesliebe.

eigentlich sollte matussek sich im alten testament besser auskennen, so als ehemaliger messdiener. aber naja, das ist dann halt selektive wahrnehmung der fakten.
schauen wir doch einfach mal ins zweite buch mose:

“Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schließen … Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen.”

(2. Mose 34, 12-13)
zugegeben, das war bisher nur ein aufruf zur gewalt gegen sachen. aber da ist ja noch das 4. und 5. buch mose:

“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.”

(4. Mose 31, 17-18)

“Wenn ihr nun auszieht zum Kampf, so soll der Priester herzutreten und sprechen: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht; denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, dass er für euch streite mit euren Feinden, um euch zu helfen … Und wenn sie der HERR, dein Gott, dir in die Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts erschlagen. Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, und alle Beute sollst du unter dir austeilen. So sollst du mit allen Städten tun, die sehr fern von dir liegen. Aber in den Städten dieser Völker hier sollst du nichts leben lassen, was Odem hat.

(5. Mose 20, 2-4.13-14.16)
tja, das wars dann wohl mit nächstenliebe auch den feinden gegenüber. geliebt werden da höchstens die frauen des feindes, den rest darf man niedermetzeln.

update 17.8.2011: und nun wollte wohl ein katholischer spinner in spanien gegner des papstbesuchs mit nervegas vergiften.

28
Jul
11

nein, herr augstein.

zuerst einmal: chapeau, herr augstein. vieles von ihrem beitrag würde der unbedeutende autor dieses blogs sofort unterschreiben, insbesondere ihre analyse der reaktion der deutschen autoritäten auf den terroristischen anschlag in norwegen, durchgeführt von einem fundamentalistisch-radikalen konservativen christen.
ja, sie haben vollkommen recht wenn sie schreiben:

Sicherheitsbehörden, Politik und Unternehmen haben da eine klare Haltung: Freiräume sind Gefahrenräume.

in einem punkt jedoch irren sie sich, und zwar wenn sie folgende sätze schreiben:

Das Netz als Medium der Freiheit hat zu viele Feinde um auf Dauer zu bestehen. Und zu wenige Verteidiger.[...]
Die Zukunft des World Wide Webs? Das Netz wird in zwanzig Jahren stärker sein als heute. Aber es wird ein Netz sein, das uns gefangen hält.

der erste punkt wo sie sich irren: es kommt gar nicht auf die zahl der verteidiger an.
autoritäre ideen wie die zensur des netzes, wie sie in staaten wie china, iran oder deutschland und anderen verfolgt werden, sind zum scheitern verurteilt. warum?
das netz war von jeher so konzipiert dass es unzerstörbar sein sollte – das war die grundidee, bitte recherchieren sie selber zum stichwort ARPANET. ja, man kann einzelne verbindungen trennen – dafür bleiben dann aber genug andere.
zugegeben, genau aus der von ihnen erwähnten angst der autoritäten wird genau an diesem vorteil kräftig gesägt; doch diese zensurbestrebungen totalitärer staaten sind zum scheitern verurteilt, weil das netz von anfang an gegen solche angriffe gefeit sein sollte.
es gibt eben nicht nur das “offizielle” netz mit seinen partizipationsmöglichkeiten, das wir alle über den browser unserer wahl aufrufen.

lassen sie mich etwas ausholen.

wenn die meisten menschen an das netz denken, dann verbinden sie damit in der tat zuerst alles, was man mit einem browser aufrufen kann. doch da ist weitaus mehr.

ich will sie gar nicht mit dingen wie usenet, irc, p2p-programmen oder email langweilen, obwohl alle diese auch teil des netzes sind.

viel wichtiger jedoch sind projekte wie das freenetproject, bitte nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen provider, die sich eben genau gegen die von ihnen erwähnte zensur und einschränkung des “offiziellen” netzes auflehnen.

stimmt, der normale user kriegt davon nichts mit, weil er es in der regel nicht braucht – bis er sich der zensur, wie sie auch im leserforum des spiegels geübt wird, bewusst wird. doch wenn es erst soweit ist wird der interessierte nutzer eben auch auf diese freien zonen stossen und sie nutzen. oder er kriegt den tip halt von einem versierteren bekannten. so oder so, die alternativen gibt es schon, und sie werden genutzt. wenn nicht jetzt, dann halt später.

menschen wollen teilhaben, wollen sich verwirklichen. das netz bietet die gelegenheit dazu. sehen sie sich diesen post an; vielleicht lesen ihn nur wenige, aber das ist gar nicht so wichtig.

viel wichtiger ist: sie sind ein bekannter journalist und veröffentlichen ihre inhalte im netz.

ich bin ein niemand, und ich tue trotzdem dasselbe.

19
Aug
08

sturmgeschuetz des boulevards.

patricia dreyer wechselte ja vor geraumer zeit zum spiegel, um dort das ressort “panorama” zu leiten. vielleicht ist das der grund, weswegen das ehemalige “sturmgeschuetz der demokratie” sich mehr in richtung boulevard orientiert; zumindest kennt man fehlende anonymisierung eigentlich eher von der bild. Weiterlesen ‘sturmgeschuetz des boulevards.’




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