Archiv der Kategorie 'Web'

25
Aug
11

kurz korrigiert 25: festplatten und platinen

Oben: eine Platine. Unten: eine Festplatte.

jetzt.de glänzt – mal wieder – mit sachlichen fehlern.

3. Das Handy soweit es geht auseinander bauen, Akku herausziehen und falls möglich auch die Platine, also die Festplatte des Handys, herausholen

hihihi… NEIN.

Eine Leiterplatte (Leiterkarte, Platine oder gedruckte Schaltung; englisch printed circuit board, PCB) ist ein Träger für elektronische Bauteile. Sie dient der mechanischen Befestigung und elektrischen Verbindung. Nahezu jedes elektronische Gerät enthält eine oder mehrere Leiterplatten.

die richtige analogie im computerbereich wäre das mainboard gewesen; bei älteren handymodellen mag der vergleich mit der festplatte noch soweit zutreffen, als der flashspeicher für telefonnummern, nachrichten usw. in der regel auf dieser platine verbaut wurde. hinken tut er dann trotzdem noch.
tip an marie-charlotte maas: demnächst besser recherchieren.

31
Jul
11

kurz korrigiert 23: “neulich”.

schönen gruss an rulaman, der seit gestern ebenfalls einen blog betreibt (link) und irgendwie hierher gefunden hat.
ich schrieb ja heute was zur austrittswelle in der katholischen kirche und beurteilte das als gute nachricht, eine einstellung die rulaman offensichtlich nicht teilt.
aber um diesen beitrag soll es gar nicht gehen, vielmehr geht es um die korrekte verwendung des wortes “neulich”, konkret in diesem zusammenhang:

[...]der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte neulich unter anderem: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir unser Ziel erreicht haben. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten!“

nun muss ich zugeben – aber das wird auch für rulaman jetzt keine überraschung mehr sein – dass ich religiösen spinnern prinzipiell ablehnend gegenüberstehe, aus welcher ecke sie auch kommen mögen. und wenn der türkische ministerpräsident sowas sagt interessiert mich das alleine schon aus diesem grund.
leider gibt rulaman keine quelle für dieses zitat an, aber wofür gibt es google – und oh wunder, bei wikipedia wurde der unbedeutende autor dieses blogs dann auch schon fündig:

Anlass war eine Rede bei einer Konferenz in der ostanatolischen Stadt Siirt, in der er aus einem religiösen Gedicht, das Ziya Gökalp zugeschrieben wurde, zitiert hatte: Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.

tatsache, hat erdogan also tatsächlich gesagt – in der tat ein veritabler religiöser spinner. aber wann war das jetzt genau?

Im April 1998

hm. das ist jetzt nicht so wirklich das was ich unter der definition von neulich verstehe, und wiktionary stimmt mir da zu:

Bedeutungen:
[1] vor nicht langer Zeit; vor Kurzem

also mal kurz faktencheck: erdogan, heute konservativer ministerpräsident der türkei, hat vor etwa 13 jahren mal einen dichter zitiert der übrigens – wie auch breivikein freimaurer war, aber das nur mal nebenbei zur verdeutlichung der geistigen nähe. (die seite im freimaurer-wiki wurde inzwischen gelöscht, darum habe ich einen screenshot aus dem google-cache archiviert, bevor der auch noch verschwindet.)

und die moral von der geschicht’: spinner gibts überall, am schlimmsten sind offenbar konservative gläubige freimaurer, erdogan soll sich mittlerweile von seiner gequirlten kacke distanziert haben und die bedeutung des wortes “neulich” sollte jetzt jedem klar sein, inklusive dem grund warum es in diesem zusammenhang nicht wirklich passend ist. ach ja, und pierre vogel ist ebenfalls ein religiöser spinner, aber das ist ja nun wirklich keine neuigkeit.

ach, und hier noch der screenshot zum eintrag von anders behring breivik auf dem freimaurer-wiki.de:
Screenshot des Eintrags zu Anders Behring Breivik aus dem Freimaurer_Wiki, bevor  er gelöscht wurde.

29
Jul
11

der unterschied zwischen sieg und niederlage

wie die nachdenkseiten in ihren heutigen hinweisen des tages berichten, blamiert sich die paris hilton des deutschen journalismus ulf poschardt durch einen intelligenzbefreiten kommentar zur debatte um das attentat in norwegen.
doch während man bei paris hiltons untenrum befreiten auftritten als mann wenigstens noch was zu gucken hat, ist ulf poschardts obenrum befreiter auftritt nicht nur peinlich, sondern sogar in seiner eigenen verqueren logik widersprüchlich.
es wäre dem autor dieses blogs durchaus ein innerer reichsparteitag gewesen (ohje, das sagt man ja eigentlich nicht – aber herr poschardt als freund der polemik wird es mir sicherlich nachsehen)die von herrn poschardt in die welt gekackte braune scheisse absatz für absatz in kleine blockquote-tütchen zu füllen, angezündet auf der kommentarveranda der welt zu platzieren und anzuklingeln, bevor er sich auf seinem etwas abseits gelegenen beobachtungsposten platziert und des unvermeidlichen geharrt hätte.

da aber jens berger diesen kleinen blasehasen broders bereits ausführlichst beleuchtet hat, will ich mich heute auf den logischen salto mortale mit 360°-wendung konzentrieren, der zwischen dem ersten und dem letzten absatz vollzogen wurde:

Intellektuelle versuchen nach der Schreckenstat in Norwegen, die Islamdebatte an Stellen zu retabuisieren, wo es für linke Migrationsfantasien schmerzhafte Niederlagen gab.

nun kommt eine menge blabla und mi-mi-mi bis paris poschardt im letzten absatz seine bewunderung für premierminister stoltenberg äussert:

Vor diesem Hintergrund kann man sich in Deutschland gar nicht satthören an jenem unerhörten Sound des Jens Stoltenberg, der angesichts eines verheerenden Anschlags erklärte, dass das Land auf diese Tat mit noch mehr Offenheit und Humanität reagieren wolle. Diese Sätze sind eine derartige Herausforderung und Provokation gerade auch für den erregten deutschen Diskurs, dass wir uns die Ruhe gönnen sollten, darüber nachzudenken. Gerne auch mal besonnen und gemäßigt. Wir können davon sehr viel lernen.

nicht schlecht, herr poschardt! zur untermauerung der “schmerzhaften niederlage linker migrationsfantasien” zitieren sie erstmal einen linken politiker der sich für mehr offenheit ausspricht. das ist chuzpe!
logisch ist es allerdings nicht, und ihre argumentation stützt es schon gar nicht. gesiegt hat nicht die rechte, konservative ideologie des attentäters und seiner geistigen brandstifter. gesiegt haben eben genau die ideale die sie als linke fantasien beschimpfen: offenheit, demokratie und menschlichkeit.

rede von jens stoltenberg vom 24.7.
rede von jens stoltenberg vom 25.7.

28
Jul
11

nein, herr augstein.

zuerst einmal: chapeau, herr augstein. vieles von ihrem beitrag würde der unbedeutende autor dieses blogs sofort unterschreiben, insbesondere ihre analyse der reaktion der deutschen autoritäten auf den terroristischen anschlag in norwegen, durchgeführt von einem fundamentalistisch-radikalen konservativen christen.
ja, sie haben vollkommen recht wenn sie schreiben:

Sicherheitsbehörden, Politik und Unternehmen haben da eine klare Haltung: Freiräume sind Gefahrenräume.

in einem punkt jedoch irren sie sich, und zwar wenn sie folgende sätze schreiben:

Das Netz als Medium der Freiheit hat zu viele Feinde um auf Dauer zu bestehen. Und zu wenige Verteidiger.[...]
Die Zukunft des World Wide Webs? Das Netz wird in zwanzig Jahren stärker sein als heute. Aber es wird ein Netz sein, das uns gefangen hält.

der erste punkt wo sie sich irren: es kommt gar nicht auf die zahl der verteidiger an.
autoritäre ideen wie die zensur des netzes, wie sie in staaten wie china, iran oder deutschland und anderen verfolgt werden, sind zum scheitern verurteilt. warum?
das netz war von jeher so konzipiert dass es unzerstörbar sein sollte – das war die grundidee, bitte recherchieren sie selber zum stichwort ARPANET. ja, man kann einzelne verbindungen trennen – dafür bleiben dann aber genug andere.
zugegeben, genau aus der von ihnen erwähnten angst der autoritäten wird genau an diesem vorteil kräftig gesägt; doch diese zensurbestrebungen totalitärer staaten sind zum scheitern verurteilt, weil das netz von anfang an gegen solche angriffe gefeit sein sollte.
es gibt eben nicht nur das “offizielle” netz mit seinen partizipationsmöglichkeiten, das wir alle über den browser unserer wahl aufrufen.

lassen sie mich etwas ausholen.

wenn die meisten menschen an das netz denken, dann verbinden sie damit in der tat zuerst alles, was man mit einem browser aufrufen kann. doch da ist weitaus mehr.

ich will sie gar nicht mit dingen wie usenet, irc, p2p-programmen oder email langweilen, obwohl alle diese auch teil des netzes sind.

viel wichtiger jedoch sind projekte wie das freenetproject, bitte nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen provider, die sich eben genau gegen die von ihnen erwähnte zensur und einschränkung des “offiziellen” netzes auflehnen.

stimmt, der normale user kriegt davon nichts mit, weil er es in der regel nicht braucht – bis er sich der zensur, wie sie auch im leserforum des spiegels geübt wird, bewusst wird. doch wenn es erst soweit ist wird der interessierte nutzer eben auch auf diese freien zonen stossen und sie nutzen. oder er kriegt den tip halt von einem versierteren bekannten. so oder so, die alternativen gibt es schon, und sie werden genutzt. wenn nicht jetzt, dann halt später.

menschen wollen teilhaben, wollen sich verwirklichen. das netz bietet die gelegenheit dazu. sehen sie sich diesen post an; vielleicht lesen ihn nur wenige, aber das ist gar nicht so wichtig.

viel wichtiger ist: sie sind ein bekannter journalist und veröffentlichen ihre inhalte im netz.

ich bin ein niemand, und ich tue trotzdem dasselbe.

28
Jul
11

wie wahlmaschinen konzipiert sein sollten.

fefe berichtet gerade von einem neuerlichen fuckup der unsäglichen wahlmaschinen, diesmal in indien.
dem autor dieses bescheidenen und polemischen blogs ist es ja unbegreiflich wie man – ausser aus böser absicht heraus – keine vernünftige wahlmaschine bauen kann.
seiner meinung nach gehören da wenigstens folgende features verbaut:
zwei, am besten sogar drei papertrails. einen der in der maschine verbleibt und durch ein klares fenster die gewählte option anzeigt. das wahlgeheimnis könnte man einfach wahren indem man diesen ausdruck weiterscrollen lässt, sobald der wähler einen knopf drückt und sich damit den zweiten und dritten ausdruck holt: den zweiten für den wähler zum abreissen, damit dieser einen nachweis seiner stimme mitnehmen kann. und den dritten – ebenfalls zum abreissen – der dann ganz traditionell in eine wahlurne wandert, nur damit man später mal die maschinenergebnisse mit irgendwas vergleichen kann. und dann am besten noch ein automatismus der bei jeder gezählten stimme eine lampe blinken und einen ton erklingen lässt, damit die wahlbeobachter in diesem fall nachschauen können ob denn auch wirklich jemand in der stimmkabine steht.
kann das denn so schwer sein?

25
Jul
11

kurz korrigiert 22: das internet.

jan fleischhauer klittert mal fix geschichte und sucht den kapitalismus damit zu verteidigen, dass dieser ja das internet hervorbrachte. zitat:

Das Internet ist eine Erfolgsgeschichte der Globalisierung – und ein Kind des Kapitalismus, auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen

ähm, nein. das internet ist ein kind des CERN, einer staatlichen forschungseinrichtung, oder meinetwegen ein enkel des ARPANET, eines militärischen netzwerks und damit ebenfalls mit staatlichen mitteln entwickelt.

der kommerz kam erst später. viel, viiieeel später. und ehrlich gesagt hat er die usability nur herabgesetzt; finger hoch, wer hat sich noch nicht über suchergebnisse für shoppingseiten geärgert, obwohl er explizit nach einem handbuch oder treiber suchte?

aber, um erneut herrn fleischhauer zu zitieren:

Das große Wort führen auch hier vor allem Leute, deren wesentlicher Beitrag zur digitalen Revolution der Kauf eines Modems und ein Vertrag mit der Telekom sind.

gut, wenn man auf den schultern von riesen steht ist die luft naturgemäss sehr dünn, was sich auch auf die sauerstoffversorgung des gehirns auswirkt.

deswegen extra für sie, herr fleischhauer: dass sie heute ihre geschichtsklitterung auf spiegel online betreiben können, das verdanken sie steuergeldern. man könnte auch sagen:
das grosse wort wollen heute jene führen, deren einziger beitrag zum netz der kauf einiger hardware war, die aber vorher keinen pfennig in die entwicklung der notwendigen standards investiert hätten – wenn, ja wenn da nicht der “gierige staat” gewesen wäre, der sie über die steuerpflicht dafür in anspruch nahm.

somit gehört das netz allen steuerzahlern. zahlen sie auch immer brav ihre steuern?

26
Nov
09

was schert mich mein gelaber von gestern!

ziercke, bka-präsident, am 25.11.2009:

Ziercke betonte, [...]. Die Durchsuchungsaktion zeige vor allem eines: “Das Internet ist kein verfolgungsfreier Raum.”

ziercke, bka-präsident, am 26.11.2009:

Um modernen Formen der Kriminalität wirkungsvoll begegnen zu können, müsste die polizeiliche Arbeit durch “technikoffene und damit flexible rechtliche Regelungen” ergänzt werden. Das Internet dürfe kein “verfolgungsfreier Raum” sein.

22
Sep
09

kurz korrigiert 21: terrorclowns, saeuren und laugen

politically incorrect ergreift partei fuer die pruegelpolizisten von berlin und rechtfertigt den polizeiuebergriff als laengst ueberfaellige abreibung fuer einen notorischen provokateur – ach, provokateur, mitglied einer kriminellen vereinigung:

Hier agiert der Provokateur im Umfeld der kriminellen Clownsarmy, einer linksextremistischen Straftätergruppe, die unter anderem bekannt wurde, als sie beim G-8-Gipfel in Heiligendamm Polizeibeamte mit Säure bespritzte.

die clandestine insurgent rebel clowns army ist eine linksextremistische straftaetergruppe? okay, links meinetwegen. gewalttaetig? Weiterlesen ‘kurz korrigiert 21: terrorclowns, saeuren und laugen’

04
Sep
09

kurz korrigiert 20: hanf und marihuana

spiegel online hat ja schon oft genug ahnungslosigkeit bewiesen, wenn es um drogen ging – und jetzt erschafft man einfach fix eine neue spezies:

Der berauschende Wirkstoff THC ist in Hanf in weitaus geringerem Maß enthalten als im Marihuana.

das ist natuerlich so richtig oder falsch wie die behauptung, dass hunde generell seltener bellen als koeter.
marihuana IST hanf, genaugenommen ein slangwort aus den 20er jahren des vorigen jahrhunderts, bekannt gemacht von der hearstschen yellow press in den USA, und in natuerlich gewachsenem hanf ist auch stets THC enthalten. lediglich die konzentrationen schwanken je nach zuechtung; damit unterscheidet sich hanf kaum von anderen kulturzuechtungen, die auch je nach einsatzzweck selektiert und fortentwickelt werden, beispielsweise futtermais und zuckermais – oder eben faserhanf und normaler hanf. ersterer wird gezielt auf niedrigen THC- und hohen faseranteil gezuechtet, weshalb auch nur amtlich zugelassenes saatgut verwendet werden darf; wuerde man der natur ihren lauf lassen, haetten die nachfahren des faserhanfs innerhalb weniger generationen wieder einen hoeheren THC-wert als erlaubt.

hanf ist hanf ist hanf ist hanf, ihr kanaillen.

29
Aug
09

neue webpraesenz der geliebten bundesregierung

die geliebte bundesregierung der bundesrepublik deutschland




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