Archiv der Kategorie 'Lobbyisten'

16
Aug
11

der mythos vom gold und seine falschen propheten

wann immer irgendwo ein artikel zur wirtschaftslage geschrieben wird, findet man sie in den kommentaren: die propheten vom gold als einzig sicherer geldanlage, um sein vermögen über die krise zu retten.
eigentlich bräuchte man sich nur mal fragen, warum gerade diese flammenden fürsprecher nicht all ihr gold behalten, sondern gegen das ja bald wertlose geld eintauschen. purer altruismus ist es sicher nicht.
tatsächlich ist gold derzeit vollkommen überbewertet, dem gesetz von angebot und nachfrage folgend, vergleichbar höchstens mit diamanten, die ihren wert auch nur aus der tatsache ziehen dass ausser de beers kaum anbieter existieren um die nachfrage zu befriedigen. und de beers hält da den finger drauf.
mit dem goldpreis ist es ähnlich; da sich genug menschen wie die lemminge ins gold flüchten, die produktion aber nicht in gleichem masse gesteigert wird, steigt der preis ins lächerliche.
vergessen wird dabei leider immer ein wichtiger faktor: gold an sich hat keinen nähr- und kaum einen nutzwert.
sollte unser wirtschafts- und geldsystem tatsächlich zusammenbrechen und das prophezeite chaos eintreten, wird es ohnehin zuerst ums nackte überleben gehen. dem bescheidenen autor dieses postings sind die geschichten seiner grosseltern noch gut im gedächtnis, die bepackt mit schmuck und wertsachen auf landtour gingen um etwas mehl, butter, kartoffeln und speck zu hamstern. die wahren profiteure jener zeit waren die bauern, zumindest jene die etwas zu verkaufen hatten.
aber immerhin, man könnte mit so einem goldbarren sicherlich den einen oder anderen einkauf tätigen – ein schnäppchen darf man da aber nicht erwarten.

nehmen wir nun an, das gröbste ist vorbei. es gibt wieder ein geldsystem, eine stabile währung usw.
voraussichtlich will dann jeder sein gold schnell wieder zu geld machen, alleine schon weil man goldbarren schlechter aufteilen kann und somit sozusagen eine “wechselgeldproblematik” hat; ganz zu schweigen vom gewicht einiger goldbarren im vergleich zum gewicht eines bündels geldscheine. die logische konsequenz: der goldmarkt wird geflutet, die preise fallen in den keller.

statt also sein ganzes geld in goldbarren zu investieren sollte man lieber in sachwerte investieren – zuvorderst immobilien wie grundstücke und häuser, dann werkzeuge und maschinen sowie ersatzteile, den heizöltank auffüllen, einen trinkwasserbrunnen bohren und ggfs. sämereien und nutztiere anschaffen, sofern man für all diese dinge über das nötige kapital und die räumlichen gegebenheiten verfügt.
ausserdem nach möglichkeit einige waffen, um seine besitztümer auch verteidigen zu können.
dann kann man sich entspannt zurücklehnen und auf die jünger des goldes warten, denen man selbiges dann für ein paar eier, ein kaninchen und frisches wasser abnimmt.

28
Jul
10

feldpost von den toten

“Blendwerk der Hölle! – was ist das? Was ist, habe ich erfunden. Jetzt rächt es sich und äfft mich nach. (…) Die Satire konnte dem Leben keuchend nicht mehr nachkommen – jetzt jagt das Leben hinter der Satire einher. Die Wahrheit folgt der Erfindung auf dem Fuß.”

Karl Kraus

heute darf die satire einen kleinen sieg verbuchen. da die unaussprechliche zeitung derzeit eine feldpost-aktion ins leben gerufen hat, beschloss der autor dieser zeilen zum jubelperser zu mutieren – wieso nicht einfach mal den krieg so ueber den gruenen klee loben, dass es laecherlich wird? in totaler verkennung der realitaet das schwarze zum weissen erklaeren, mit unertraeglicher lobhudelei das arschloch des rezipienten vollschleimen um widerstandlos bis zum zwölffingerdarm hineinzugleiten? Weiterlesen ‘feldpost von den toten’

19
Mai
10

die krise ist tot, es lebe die krise.

was haben wir mittlerweile nicht an krisen durchgestanden. ganz harmlos begann es mit einer immobilienkrise in den USA, die dann in subprime-krise umgetauft wurde. damals durfte man als deutscher nicht-banker auch noch ganz unbefangen doof glotzen, wenn das wort subprime fiel.
dann stürzten plötzlich die ersten banken, und schon hatten wir die bankenkrise; als noch ein paar banken mehr ins taumeln gerieten sprach man schliesslich von der finanzkrise. die klammen banken wurden schnell gerettet (und nicht etwa reguliert), womit die bankenkrise beendet war. die banken zeigten sich aber keineswegs erkenntlich gegenüber der realwirtschaft, woraus dann die kreditkrise erwuchs. dank geöffneter geldschleusen in form niedriger zinsen konnte man die kreditkrise zügig beenden, schlitterte allerdings direkt in die wirtschaftskrise, die jedoch nur kurz anhielt und glücklicherweise nicht in die befürchtete jobkrise führte – also jedenfalls stiegen die arbeitslosenzahlen weniger als erwartet – nur um stante pede in die eurokrise zu rasseln. die eurokrise ist allerdings auch quasi schon wieder vorbei, und somit warten wir gespannt auf die nächste krise.

demnächst vielleicht in diesem kino: insolvenzkrise, sozialkrise, demokratiekrise, gewaltkrise, “deutschland erwache”.

13
Okt
09

politische witze in deutschland

die wasserpistole aus hamburg hat da eine tolle sammlung von DDR-witzen ausgegraben. richtig schoen ist allerdings der begleittext, aus welchem wir lernen:

“Politische Witze gedeihen in einer Diktatur besonders gut”, sagt Christoph Kleemann, ehemaliger Leiter der Birthler-Behördenaußenstelle in Rostock. “Wer sie erzählt und wer darüber lacht, stellt für einen kleinen Moment Demokratie her, er holt die da oben auf Augenhöhe herunter.”

ja, dann… wollen wir wir mal ein wenig augenhoehe wiederherstellen. Weiterlesen ‘politische witze in deutschland’

13
Aug
09

prostitution, stricher, drogen, steuerhinterziehung und protzige villen

die sueddeutsche zeitung hat einen neuen rekord im einfallslosen linken-bashing aufgestellt, mit folgendem vergleich:

Ausgerechnet Eliot Spitzer. Der ehemalige Gouverneur des US-Bundesstaats New York hatte sich doch als Kämpfer gegen die Prostitution profiliert.[...]
Dann ließ sich Spitzer mit einem Edel-Callgirl erwischen.
[...]
Ausgerechnet Ted Haggard. Der Mann galt dem Time Magazine als einer der einflussreichsten evangelikalen Christen der USA. Er pries Gott, lobte den Wert der Familie und predigte gegen Homosexuelle. Dann beschuldigte ihn ein Stricher, Haggard habe ihn über Jahre für Sex bezahlt. Und man habe gemeinsam Drogen konsumiert.
[...]
Ausgerechnet der Träger des Bundesverdienstkreuzes, Klaus Zumwinkel. Für besondere Leistungen in Politik, Wirtschaft oder sozialen Bereichen hatte er die Auszeichnung bekommen. Dann versteckte der ehemalige Postchef sein Geld in Liechtenstein vor der Steuer.
[...]
Und ausgerechnet Oskar Lafontaine, der sich als Kämpfer für Menschen am Existenzminimum profiliert und die Gier der Bosse geißelt. Er, Vorsitzender der Partei Die Linke, ließ sich eine protzige Villa im französischen Landhausstil bauen.

genau, riesenschweinerei. endlich stellt die sueddeutsche mal klar: ob protzige villa oder kokain an der eichel, gleiche schublade. darum ist oskar lafontaine auch unwaehlbar: weil er eine protzige villa besitzt. Weiterlesen ‘prostitution, stricher, drogen, steuerhinterziehung und protzige villen’

07
Aug
09

verraeterparteimitglied fuer noch mehr internetsperren

momentan ist es wirklich schwer, der SPD noch zuzusehen und zuzuhoeren wie sie ihren ruf als volkspartei mutwillig selber demontiert. aehnlich einem affen, der eine entsicherte pistole wie eine banane anschlabbert und auf den kaefigboden schleudert; das kann keinesfalls gut gehen, und trotzdem oder gerade deswegen schaut man weiter zu. Weiterlesen ‘verraeterparteimitglied fuer noch mehr internetsperren’

22
Jul
09

wenn man seinen job zu gut macht

zugegeben, niemand mag steuerfahnder. wirklich niemand, vielleicht mal abgesehen von ihren muettern – und vielleicht noch ihren ehefrauen. letztere aber auch nur dann, wenn sie nicht berufstaetig sind. aber abgesehen von diesen randgruppen sind steuerfahnder bei der restlichen bevoelkerung aehnlich unbeliebt wie die rundfunkgebuehrenbeauftragten der GEZ. Weiterlesen ‘wenn man seinen job zu gut macht’

20
Jul
09

fuer eine handvoll scampi

nun faellt auch die sueddeutsche in das wehklagen um madelaine schickedanz’ sozialen abstieg ein. der artikel selber ist ziemlich uninteressant, primaer verfolgt er wohl die absicht, die wogen etwas zu glaetten. so will man unbedingt weg von der millionaersschiene, hin zu mehr menschlicher waerme. das faengt bereits beim titel an, der frau schickedanz beim vornamen nennt:

Mitleid mit Madeleine

und dann geht es direkt so weiter. Weiterlesen ‘fuer eine handvoll scampi’

19
Jul
09

schickedanz kommt in der realitaet an

herrlich, wie sich madelaine schickedanz auf spiegel online zum affen macht. wie sie sich im selbstmitleid suhlt und dabei en passant voelligen realitaetsverlust offenbart, sowas kann man sich schwer ausdenken.
das faengt bereits beim titel an – frau schickedanz hat angst, in die armut abzurutschen:

“Wir leben von 600 Euro im Monat”

nein! wirklich, frau schickedanz? da haben sie aber richtig glueck. nun stellen sie sich mal vor, dass sie wirklich komplett abstuerzen und ALG2 beantragen muessen – dann haetten sie nochmal etwa 250 euro weniger im monat. Weiterlesen ‘schickedanz kommt in der realitaet an’

01
Jul
09

hirnforschung belegt: arbeitslosigkeit beginnt im kopf!

was ist der autor doch dumm gewesen! da dachte er jahrelang, die hohen arbeitslosenzahlen seien ergebnis eines wirtschaftlichen wandels. weit gefehlt.

gluecklicherweise haben wir wegen untreue und beguenstigung vorbestrafte minivisionaere wie peter hartz, auch bekannt fuer das nach ihm benannte existenzminimum “hartz vier”. dank peter hartz und den neuesten erkenntnissen aus der hirnforschung wissen wir nun: arbeitslosigkeit beginnt im kopf, und nur dort koennen wir sie auch beenden! am besten mit psychologisch entsprechend geschulten sozialfachkraeften wie, naja, sagen wir halt mal maurer. oder dachdecker.

doch lassen wir herrn hartz das wort:

“Latente Passivität” überwinden

Auf 28 Seiten stellen Hartz und die “gemeinnützige Minipreneure GmbH” ihre Ideen vor. Im Kern geht es darum, mit Hilfe “neuer Erkenntnisse aus der Hirnforschung” ein lokales Netzwerk aus Berufstätigen und Langzeitarbeitslosen zu stricken. In Ansbach, wo Hartz ein Modellprojekt verwirklicht wissen will, sollen Arbeitslose gefunden werden – die in Gruppen angeleitet werden, “ihre latente Passivität” zu überwinden. “Beispielsweise von einem gestandenen Handwerksmeister”, erklärt Hartz.

so ist es richtig! treibt das faule gesocks endlich wieder zur arbeit, dann koennen die sich auch ordentlich nutten und betriebsraete kaufen!




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