wann immer irgendwo ein artikel zur wirtschaftslage geschrieben wird, findet man sie in den kommentaren: die propheten vom gold als einzig sicherer geldanlage, um sein vermögen über die krise zu retten.
eigentlich bräuchte man sich nur mal fragen, warum gerade diese flammenden fürsprecher nicht all ihr gold behalten, sondern gegen das ja bald wertlose geld eintauschen. purer altruismus ist es sicher nicht.
tatsächlich ist gold derzeit vollkommen überbewertet, dem gesetz von angebot und nachfrage folgend, vergleichbar höchstens mit diamanten, die ihren wert auch nur aus der tatsache ziehen dass ausser de beers kaum anbieter existieren um die nachfrage zu befriedigen. und de beers hält da den finger drauf.
mit dem goldpreis ist es ähnlich; da sich genug menschen wie die lemminge ins gold flüchten, die produktion aber nicht in gleichem masse gesteigert wird, steigt der preis ins lächerliche.
vergessen wird dabei leider immer ein wichtiger faktor: gold an sich hat keinen nähr- und kaum einen nutzwert.
sollte unser wirtschafts- und geldsystem tatsächlich zusammenbrechen und das prophezeite chaos eintreten, wird es ohnehin zuerst ums nackte überleben gehen. dem bescheidenen autor dieses postings sind die geschichten seiner grosseltern noch gut im gedächtnis, die bepackt mit schmuck und wertsachen auf landtour gingen um etwas mehl, butter, kartoffeln und speck zu hamstern. die wahren profiteure jener zeit waren die bauern, zumindest jene die etwas zu verkaufen hatten.
aber immerhin, man könnte mit so einem goldbarren sicherlich den einen oder anderen einkauf tätigen – ein schnäppchen darf man da aber nicht erwarten.
nehmen wir nun an, das gröbste ist vorbei. es gibt wieder ein geldsystem, eine stabile währung usw.
voraussichtlich will dann jeder sein gold schnell wieder zu geld machen, alleine schon weil man goldbarren schlechter aufteilen kann und somit sozusagen eine “wechselgeldproblematik” hat; ganz zu schweigen vom gewicht einiger goldbarren im vergleich zum gewicht eines bündels geldscheine. die logische konsequenz: der goldmarkt wird geflutet, die preise fallen in den keller.
statt also sein ganzes geld in goldbarren zu investieren sollte man lieber in sachwerte investieren – zuvorderst immobilien wie grundstücke und häuser, dann werkzeuge und maschinen sowie ersatzteile, den heizöltank auffüllen, einen trinkwasserbrunnen bohren und ggfs. sämereien und nutztiere anschaffen, sofern man für all diese dinge über das nötige kapital und die räumlichen gegebenheiten verfügt.
ausserdem nach möglichkeit einige waffen, um seine besitztümer auch verteidigen zu können.
dann kann man sich entspannt zurücklehnen und auf die jünger des goldes warten, denen man selbiges dann für ein paar eier, ein kaninchen und frisches wasser abnimmt.
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