der ausgewiesene historiker muentefering erklaert uns zu ostern mal die DDR. fuer unsere juengeren leser: die DDR, das war dieser furchtbare ort wo so schmuddelkinder wie der dexter herkommen. aber lassen wir das mal lieber den muente erklaeren:
Müntefering sprach sich für eine differenzierte Beurteilung der DDR aus. “Man muss zwei Dinge auseinanderhalten: Die DDR war ein Unrechtsstaat, eine Diktatur, es gab einen Schießbefehl, die Menschen waren eingesperrt. Das darf man nicht verniedlichen. Aber die allermeisten Menschen, die in der DDR gelebt haben, hatten keinen Dreck am Stecken. Sie haben versucht, so menschlich zu leben, wie es eben ging.”
Diese Menschen, die sich nichts zuschulden kommen ließen, hätten “ein Recht, stolz zu sein auf das, was sie unter schweren Bedingungen geleistet haben”. Die Westdeutschen hätten nach dem Krieg mehr Glück gehabt, weil ihnen die Alliierten zu Wohlstand und Demokratie verhalfen.
na also, endlich sagt das mal einer! die meisten ossis waren naemlich ganz aufrechte, ehrliche leute, die hoechstens dreckige fuesse davon hatten, staendig barfuss zwischen den rauchenden truemmerbergen vor der stasi davonzulaufen, waehrend die nationale volksarmee von der mauer runter hasenjagd im eigenen land veranstaltete und sogenannte volksvertreter nur den eigenen machterhalt im sinn hatten. aber trotzdem gab es in diesem land einige aufrechte, die nicht verwildert sind. leute, die ihre kinder morgens vor der lehmhuette im dorffluss abgeseift und zur politechnischen geschickt haben, im gepaeck ein liebevoll mit margarine bestrichenes bucheckern-holzspanbrot; und die niemals resignierten in diesem kaefig, diesem bonzenstaat, wo zwar jeder arbeit vom staat verordnet bekommen konnte, aber vom lohn dieser arbeit sich hoechstens die grundbeduerfnisse erfuellen – und manchmal auch das nicht. wo es zwar staendig wahlen gab, aber das ergebnis dieser wahlen stets gleich aussah. wo korruption, vetternwirtschaft und fehlwirtschaft gigantische staatsschulden fuer die buerger erwirtschaftet hatten. und wo, weil das irgendwann immer mehr aufrechte buerger bemerkten, der staatsapparat angst vor seinen waehlern hatte und ein engmaschiges ueberwachungs- und bespitzelungssystem schuf.
um das nochmal klarzustellen: wir reden ueber die DDR. da muss man auch mal ueber diese autos aus pappe hinwegsehen – wurde ja alles unter schweren bedingungen geleistet; die DDR war sozusagen die paralympics-version der deutschen systeme.
Die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, sagte ebenfalls, dass die DDR “ganz eindeutig kein Rechtsstaat” gewesen sei. “Es gab keine Gewaltenteilung und keine unabhängigen Gerichte. Das begünstigt immer Willkür. Und Willkür ist Unrecht”, sagte sie der Sächsischen Zeitung. “Es war ein System, das die Freiheit Andersdenkender mit Füßen getreten hat.”
eben, gerichte haben gefaelligst unabhaengig das maul zu halten statt willkuerlich anders zu entscheiden! oder so aehnlich.
ach, und was die verfassung betrifft – da wird eh nix draus. das ist nur ein ein billiges leckerli fuers urnenvolk.
2 Antworten zu „muentefering erklaert uns die ddr“