18
Aug
08

konsumenten sind keine schafe.

bei wirres.net bezeichnet man konsumenten als schafe. nichts ist falscher als das, denn konsumenten sind in wirklichkeit goldesel!

wo sie auch mit medien in beruehrung kommen, da zahlen sie auch dafuer. vollkommen egal, ob sie nun ihre gebuehren brav an die GEZ abfuehren, fuer kostenloses unterschichtenfernsehen stupide werbespots ertragen oder beim kauf der spindel rohlinge die GEMA finanzieren. sie zahlen beim kauf eines brenners, eines druckers, eines fotokopierers oder einer leeren videokassette fuer das recht, damit eventuell auch urheberrechtlich geschuetzte werke zu vervielfaeltigen.

aber da hoert es noch lange nicht auf, gerade die unterhaltungsindustrie ist sehr erfinderisch, wenn es ums geld geht. also, um ihr geld jetzt, damit wir uns richtig verstehen.

die idee der sich selbst vernichtenden datentraeger konnte sich ja zumindest im privatbereich nicht wirklich durchsetzen; vermutlich waren die herstellungskosten einer solchen DVD einfach zu hoch. aber dafuer gibts ja DRM! ist ja auch viel praktischer, wenn man jederzeit die nutzungsbedingungen aendern kann, statt sich einfach auf die halbwertzeit seines produktes verlassen zu muessen.

so ist das erklaerte ziel der industrie momentan, sie moeglichst fuer jede nutzung abzukassieren.

sie wollen ihr lied auf ihrem computer anhoeren? kein problem, duerfen sie! ach, sie moechten es auch auf ihrem mp3-player hoeren? naja, dann duerfen sie es halt bis zu 3x auf so ein geraet kopieren. wie, als CD fuer ihr autoradio wollen sie es auch? okay, wenn wir schon soweit sind – da billigen wir ihnen auch 3x zu. ach, sie moechten bald einen neuen computer kaufen? das ist was anderes, da sagen wir mal 1x. jetzt ehrlich, so oft ruesten sie doch ohnehin nicht auf, oder? aufzeichnen wollen sie unsere sendungen, soso. na gut, aber dann wollen wir die kontrolle ueber ihre aufzeichnungen – nachher schneiden sie sonst die werbung raus! und exklusive inhalte duerfen sie vielleicht zeitverzoegert anschauen, aber keinesfalls laenger als 24 stunden aufbewahren. und wo wir gerade dabei sind… da sind ja noch die abgaben.

naja, also diese abgaben da auf jedes leermedium und dieses zeug, das duerfen sie jetzt nicht falsch verstehen. das gilt ja nur wenn wir es sagen! also, wenn wir es zulassen. denn wenn wir einen kopierschutz auf unser produkt packen, dann ist das wie eine furche im sand. da koennen sie auch nicht einfach drueber hinwegschreiten – denn sowas ist eine wirksame schutzmassnahme! und die zu umgehen ist strafbar.

da greift der gleiche voodoo wie bei diesen kleinen disclaimern auf zweifelhaften webseiten: ich habs aufgeschrieben, du hast es akzeptiert, damit sind saemtliche anderen verordnungen und gesetze hinfaellig. naja, und wenn nicht, dann biegen wir uns diesen rest halt passend hin.

und wenn sie bei diesem gedanken jetzt das kotzen bekommen, naja, kein wunder – sie sind schliesslich ja auch ein goldesel wie im maerchen!

“Wozu ist er denn nütze ?” fragte der junge Geselle. “Er speit Gold”, antwortete der Müller, “wenn du ihn auf ein Tuch stellst und sprichst: ,Bricklebrit !’ so speit dir das gute Tier Goldstücke aus, hinten und vorn.” “Das ist eine schöne Sache”, sprach der Geselle, dankte dem Meister und zog in die Welt. Wenn er Gold nötig hatte, brauchte er nur zu seinem Esel “Bricklebrit !” zu sagen, so regnete es Goldstücke, und er hatte weiter keine Mühe, als sie von der Erde aufzuheben. Wo er hinkam, war ihm das Beste gut genug, und je teurer je lieber, denn er hatte immer einen vollen Beutel.


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